Freiheit28. Sept. 202612 Min. Lesezeitaktualisiert am 29. Sept. 2026

Geld hat dir niemand beigebracht. Also habe ich diese Seite gebaut.

Drei von zehn Menschen in der EU können keine unerwartete Rechnung zahlen. Geld hat ihnen niemand beigebracht. Tja. Darum diese Seite.

Markus Behmann
Schritt eins: hinschauen, wo du hinwillst.

Die Kurzfassung#

In Rente gehen? Habe ich nicht vor. Zum einen, weil ich nicht will: Seit 2017 baue ich eigene Firmen auf, erst VEONIO, später Nerdy.Money, und ich mag die Arbeit, das Geld und die Freiheit, die beides bringt.

Zum anderen, weil es ein finanzieller Fehler ist, darauf zu vertrauen, dass dir Vater Staat in einem Dritteljahrhundert oder noch später einen Betrag überweist, der zum Leben reicht. Manche Staaten sind nicht mal so alt.

Die meisten bekommen diese Wahl nie. Nicht weil sie dumm sind. Sondern weil ihnen keiner beigebracht hat, wie Geld funktioniert, und weil man ihnen jahrelang erzählt hat, darum kümmere sich schon jemand.

Also habe ich die Zahlen nachgeschlagen. Für Europa, wo immer jemand zählt. Und für Deutschland im Detail, weil dort meine Wurzeln liegen und ich es am besten kenne. Sie sind schlechter, als ich dachte.

Die Zahlen. Setz dich lieber.#

Erst schätzen

Erst, was die Leute wissen und was sie zahlen können:

LandHoher Wert bei der Finanzbildung, 2023Zinseszins-Frage richtig, 2023Kann unerwartete Rechnung nicht zahlen, 2025
EU2718 %45 %29,2 %
Niederlande28 %59 %15,3 %
Deutschland24 %56 %31,9 %
Österreich21 %44 %20,9 %
Italien18 %39 %25,6 %
Frankreich17 %47 %28,8 %
Polen15 %36 %22,5 %
Spanien13 %37 %36,4 %
Portugal11 %35 %29,2 %

Die ersten beiden Spalten stammen aus dem Eurobarometer der Europäischen Kommission, die dritte von Eurostat. In der ganzen EU wissen nur 20 % der Erwachsenen, was steigende Zinsen mit Anleihekursen machen.

Schau auf Deutschland. Einer der besseren Schüler: Platz fünf von 27 in der ersten Spalte. Und trotzdem kann fast ein Drittel des Landes keine unerwartete Rechnung zahlen. Genau das ist das Gruselige.

Dann, was die Leute besitzen:

LandMenschen, die im eigenen Zuhause wohnen, 2025Nettovermögen des typischen HaushaltsHaushalte mit FondsHaushalte mit börsennotierten Aktien
Euroraum (Wohneigentum: EU27)68,5 %140.100 €14,2 %11,4 %
Deutschland47,2 %103.300 €23,7 %17,6 %
Österreich54,2 %124.700 €11,6 %6,4 %
Frankreich61,4 %149.000 €9,7 %12,6 %
Niederlande68,8 %143.500 €16,9 %6,3 %
Portugal71,2 %151.800 €4,9 %5,4 %
Spanien73,6 %151.600 €9,6 %12,5 %
Italien77,1 %162.800 €9,3 %4,4 %
Polen87,2 %nicht in der Erhebung

Das Wohneigentum kommt von Eurostat. Der Rest stammt aus der Haushaltsbefragung der EZB, Welle 2023, veröffentlicht im Juni 2026.

Der typische deutsche Haushalt besitzt weniger als der typische italienische, spanische oder portugiesische. Lies das ruhig zweimal. Warum, steht in der ersten Spalte: Die anderen haben die Wohnung gekauft.

Eins macht Deutschland besser: In 23,7 % der Haushalte liegen Fonds, mehr als irgendwo sonst in der Tabelle. Das ist trotzdem nicht mal jeder vierte. In Italien ist es jeder elfte. Der Rest hat ein Sparkonto und eine Meinung zur Börse.

Nehmen wir Deutschland, weil ich es am besten kenne#

Erst schätzen

Das Detail, für ein Land:

Was gezählt wirdWertWer gezählt hat, und wann
Erwachsene in Deutschland, bei denen am Monatsende kein Geld übrig istrund 30 %BaFin-Befragung von 2022, in einem OECD-Bericht von 2024
Nettovermögen des typischen Mieterhaushalts in Deutschland18.300 €Bundesbank, 2023
Nettovermögen des typischen Eigentümerhaushalts ohne Hypothek450.200 €Bundesbank, 2023
Mieterhaushalte zwischen 30 und 44 mit genug Erspartem für den Kauf von Wohneigentum5,7 %LBS und empirica, 2025
Menschen in Deutschland ab 14 Jahren mit Aktien, Aktienfonds oder ETFs19,9 %Deutsches Aktieninstitut, 2025
Deutsche zwischen 18 und 65, die nichts fürs Alter sparen31 %Civey für Deutsche Bank und DWS, 2025

Was diese Zahlen weglassen#

Ich lese jede Zahl wie den Geschäftsbericht einer Firma: nützlich, aber geschrieben von jemandem, der etwas will.

  • Der Eurobarometer-Wert mischt Wissen mit Verhalten, das die Befragten über sich selbst angeben. Bei den Wissensfragen allein schneiden 26 % der Erwachsenen in der EU gut ab und 24 % schlecht.
  • Die Eurostat-Zahl beruht auf Selbstauskunft, und der Betrag ist je nach Land ein anderer. Für Deutschland waren es 2025 1.300 €.
  • Die EZB-Befragung zählt Haushalte, nicht Menschen, und die Interviews liefen je nach Land zwischen 2022 und 2025. Die EZB warnt selbst davor, Länder allzu genau zu vergleichen. Ansprüche an staatliche und betriebliche Renten fehlen.
  • Für Deutschland hat die Bundesbank 3.985 Haushalte befragt. Ihr Nettovermögen lässt die Ansprüche an die gesetzliche Rente weg. Zu Recht: Das sind Versprechen, kein Eigentum.
  • Das Deutsche Aktieninstitut spricht für börsennotierte Unternehmen, die Landesbausparkassen verkaufen Bausparverträge, Deutsche Bank und DWS verkaufen Vorsorgeprodukte. Wer Vorsorgeprodukte verkauft, findet heraus, dass du eins brauchst. Na so was. Ihre Umfragen sind trotzdem die beste Zählung, die es gibt, also nehme ich sie. Mit hochgezogener Augenbraue.

Nichts davon dreht das Bild um. Drei von zehn Menschen in der EU sind eine kaputte Heizung vom Kredit entfernt.

Mieten, kaufen und die Lücke dazwischen#

In Deutschland wohnen 52,8 % der Menschen zur Miete. In der EU sind es 31,5 %. Niedriger ist die Eigentumsquote nirgends in der Union.

Mieten ist kein Fehler. Mieten und die Differenz nicht anlegen, das ist einer. Siehst du die Lücke in der Tabelle, 18.300 € gegen 450.200 €? So sehen ein paar Jahrzehnte davon aus.

Und bevor sich die Eigentümer jetzt zurücklehnen: Eigentum ist kein Selbstläufer. In Deutschland leben 13,0 % der Eigentümer mit Hypothek in Haushalten, die mehr als 40 % ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen ausgeben. In der EU sind es 5,0 %.

Warum es dir niemand beigebracht hat#

Schule#

Nehmen wir wieder Deutschland. Bildung ist dort Sache der 16 Bundesländer. Finanzbildung wird als Teil der Verbraucherbildung empfohlen, über mehrere Fächer gestreut wie Petersilie. Die OECD hat sich das 2024 angesehen und nennt die Abdeckung „not systematic“, also nicht systematisch. Mal Pflicht, mal freiwillig, je nach Bundesland.

Kurz gesagt: Du kannst eine deutsche Schule verlassen, ein Gedicht zerlegen und an einem Kreditangebot scheitern. Das Gedicht will übrigens nie Zinsen von dir. Im selben OECD-Bericht konnten 26 % der Erwachsenen in Deutschland die Frage zum Zinseszins nicht beantworten. Und Deutschland gehört zu den Klassenbesten. In Portugal, Polen und Spanien lagen bei der Eurobarometer-Version nicht mal vier von zehn richtig.

Banken und Versicherer#

Erst schätzen

Dein Nichtwissen ist die Marge von jemand anderem. Hier ist die Quittung:

  • Die privaten Haushalte in Deutschland hielten Ende März 2026 ein Geldvermögen von 9.490 Mrd. €. Davon lagen 3.550 Mrd. € in Bargeld und Einlagen, das sind 37 %. Die Bundesbank hält fest, dass die reale Rendite auf Einlagen negativ war. Schon wieder.
  • Banken im Euroraum zahlten privaten Haushalten im Juli 2026 0,28 % auf täglich fällige Einlagen. Deutsche Banken verlangten im selben Monat von privaten Haushalten 9,40 % für Überziehungskredite. Und zu Weihnachten schicken sie dir einen Kalender.
  • Die BaFin hat 54 Lebensversicherer befragt. Bei Verträgen mit 30 Jahren Ansparphase hat nach 15 Jahren häufig gut die Hälfte der Kunden den Vertrag beendet. Im teuersten Viertel des Markts kostet eine fondsgebundene Police, die so früh endet, etwa 3,2 % im Jahr.

Niemand wird gezwungen, so etwas zu unterschreiben. Aber ein Produkt, das nur bei Leuten funktioniert, die nie nachrechnen, braucht Kunden, die das Rechnen nie gelernt haben. Rate mal, wer es ihnen nicht beibringen wird.

Hier ist die Lektion, die sie auslassen: was die Inflation mit Geld macht, das nur herumliegt.

$ inflation --years 30
€
Jahre
%

Zum ganzen Check

Der Staat#

Eine Verschwörung sehe ich dahinter nicht. Dafür müsste der Staat planen können, und wir haben alle gesehen, wie er Flughäfen baut. Ich sehe nur null Anreiz, etwas zu ändern: Ein Sparer, der den Zinseszins versteht, stellt unbequeme Fragen an ein Rentensystem, das keinen hat.

Was dir niemand gezeigt hat#

Das ist die Idee hinter der Frage, die 55 % der Erwachsenen in der EU nicht richtig beantwortet haben. Vier Zeilen. Eine Schulstunde hätte gereicht.

Die teuerste Annahme von allen#

Frag die Leute, und sie sagen dir, dass sie der gesetzlichen Rente nicht trauen. Und dann schau, was sie tun.

Mein Beispiel ist wieder deutsch. In einer Umfrage für Deutsche Bank und DWS sagten 83 %, dass sie die gesetzliche Rente nicht mehr für zukunftssicher halten. 2019 waren es 54 %. Trotzdem sparen 31 % derselben Befragten nichts fürs Alter, und weitere 23 % legen höchstens 50 € im Monat zurück.

Der OECD-Bericht passt dazu: 90 % der Erwachsenen in Deutschland planen mit der gesetzlichen Rente, und nur 18 % halten Anlageprodukte.

Ich glaube dem Kontoauszug, nicht der Umfrage. Wer der Rente wirklich misstraut, sucht sich eine Alternative. Dieselben Leute vergleichen einen Abend lang Handyverträge und fahren für billigere Butter in den anderen Supermarkt. Ihr eigenes Alter bekommt weniger Zeit als die Butter. Das ist Vertrauen in den Staat, egal, was sie dem Meinungsforscher erzählen. Und nichts tun ist auch ein Plan. Nur eben der mit der miesesten Rendite.

Sich darauf zu verlassen, dass der Staat deine Finanzen regelt, halte ich für die teuerste Annahme, die du treffen kannst. Die Gründe, mit den Haushaltszahlen, stehen in Nimm deine Zukunft selbst in die Hand. Was dir die Rentenversicherung versprochen hat und was sie sich leisten kann, steht bei deiner Rente.

Und die eigene Firma#

Gleiche Lücke, anderer Ort: die Selbstständigkeit. Die Zahlen sind deutsch, das Muster nicht. Rund 690.000 Menschen in Deutschland haben 2025 gegründet, nach 585.000 im Jahr davor. Sieben von zehn taten es neben dem Job. Ist plötzlich der Gründergeist ausgebrochen? Schön wär’s. Die KfW vermutet den Arbeitsmarkt als Ursache: Die Erwerbslosenquote stieg das zweite Jahr in Folge, und viele Unternehmen kündigten Stellenabbau an.

Corona wirkte andersherum. 2020 fiel die Zahl von 605.000 auf 537.000, und laut KfW hat die Kurzarbeit verhindert, dass mehr Menschen aus der Not heraus gründen.

Im KfW-Gründungsmonitor für 2025 hatten 20 % keine bessere Erwerbsalternative, 77 % sahen eine Geschäftsgelegenheit. Im Global Entrepreneurship Monitor, wo mehrere Antworten zählen, gründeten 62,1 %, um den Lebensunterhalt zu verdienen, weil Arbeitsplätze rar sind. 2021 waren es 40,9 %.

Und wie lange halten sie durch? Nach den Zahlen der KfW bis 2024: Etwa ein Drittel hört innerhalb von drei Jahren wieder auf, nach fünf Jahren sind noch etwa 61 % aktiv. Das Unternehmensregister zählt Firmen und ist härter: Von den 2017 gegründeten waren fünf Jahre später noch 38,1 % aktiv. Die meisten, die aufhören, nennen persönliche Gründe. Nur ein kleiner Bruchteil geht in die Insolvenz.

Das Geld stoppt die Leute schon vorher. Bedenken wegen des finanziellen Risikos und Schwierigkeiten bei der Finanzierung haben 2025 jeweils die Wahrscheinlichkeit fast verdoppelt, einen Gründungsplan aufzugeben. 28 % der Gründer nannten fehlende kaufmännische Kenntnisse als Problem. Und die KfW stellt fest: Je besser jemand sein Finanzwissen einschätzt, desto seltener sind beide Geldhürden.

Was ich daraus mache: Der Sprung von 2025 ist eine Arbeitsmarktgeschichte. Druck ist ein guter Anwerber und ein mieser Lehrer. Die größte Hürde ist das Fach, das keiner unterrichtet hat. Man kann es lernen. Am besten, bevor der Job wackelt.

Was ich stattdessen anbiete#

Das Schulsystem kann ich nicht reparieren. Aber ich kann das bauen, was ich mit 25 gern gehabt hätte.

  • Kostenlose Rechner. Acht Stück unter Tools. Sie laufen in deinem Browser, dein Gehalt bleibt also auf deinem Gerät.
  • Ein kostenloser Kurs. Plan B hat acht Level, vom ersten Budget bis zum Exit. Ohne E-Mail-Schranke.
  • Klartext. Zahlen mit Quellen, Meinung als Meinung markiert, keine Produkttipps und keine Affiliate-Links.

Neu hier? Starte hier bringt alles in eine Reihenfolge. Dann such die Zahl, die dich finanziell frei macht.

Niemand hat es dir beigebracht. Deren Versäumnis. Ab heute ist es dein Job. Er zahlt besser als das Warten aufs Ministerium.

Mit KI gebaut#

Diese Seite ist mit Hilfe von KI entstanden, so wie wir bei VEONIO jeden Tag arbeiten. Die Ansichten sind meine, und jede Zahl hat eine Quelle, die du prüfen kannst. Mach das ruhig.

Dieser Artikel ist Bildung, keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.

Quellen#

Wissen, keine Beratung. Ich kenne deine Situation nicht, und vergangene Renditen versprechen gar nichts. Prüf meine Zahlen, dann entscheide selbst. Du bist erwachsen.